bananarama

Anna in Curitiba/Brasilien

02Oktober
2013

Bem tranquilo!

Die letzten zwei Wochenenden war nicht viel los. Vorletztes Wochenende war Frauke und fast der ganze Rest der Intercambistas bei nem (Rafting-)Ausflug. Mich hat der Spass nicht gereizt. Im Endeffekt hat der Trip sich auch nicht gelohnt- schlechtes Preis-Leistungsverhältnis und es hat das ganze Wochenende über geregnet. Hier leider auch.

Ich hab das ganze Wochenende mit den Leuten aus meiner Wohnung (sprich Katty, Yoscar, Sebastian, Levy, Santi und Johnny) gemacht. Nach dem Wochenende war ich sooo ausgelaugt. Erstere sind so seltsam, die rauben einem echt den letzten Nerv! Furchtbar, die Frau! Wie sie auch immer die Jungs antascht! Levy hat gemeint, dass seine Brüder sich schon gar nicht mehr hoch in die Wohnung trauen. Samstagabend war ganz lustig. Kleberson, schwuler Freund von Santi, hat bei uns vorbeigeschaut, wir waren im Wohnzimmer gesessen und die Jungs haben Stories ausgepackt. Ich hab nur nen Bruchteil verstanden- war vielleicht auch gut so.

Außerdem war letzte Woche ne venezuelanische Freundin von Katty bei uns zu Besuch. Der gute Levy sie sich gepackt. Katty war soooooo eifersüchtig. Den ersten Tag stand hier alles Kopf. Die Hälfte ist mitten in der Nacht aufgewacht und als ich von der Uni heimkam, war Katty im Sportdress in der Küche "Ich werd jetzt jeden Tag Sport machen und aufhören Fleisch und Zucker zu essen!" So gut- eine Woche ist das jetzt her. Keinen Tag hat sies durchgehalten!

Mit Santi (und seinem Cousin) versteh ich mich dafür umso besser. Ich hab gemeint, dass ich eigtl nur noch wegen ihnen beiden noch nicht ausgezogen bin, da hat er gemeint, dass es ihnen genauso geht. Heute waren die beiden ne Wohnung anschauen. Ich kanns gar nicht erwarten, hier auszuziehen und nur mit den beiden mulheres zusammenzuwohnen. Johnny wird das Haus perfekt sauberhalten und immer schön was Kochen. Cool

Vergangenes Wochenende war Santis Freund, den er im Internet kennengelernt hat, da. Die beiden waren sso glücklich zusammen! Santi hat ein Auto gemietet um den Guten aus seiner gottverlassenen Stadt im Hinterland abzuholen. Mitten in der Nacht sind sie dann wieder hier angekommen und Santi hat mich dann noch kurz geweckt, damit er uns vorstellen kann. Super sweet!  Santi, Jorge, Johnny, ich

Am Sonntag haben wir Jorge wieder zurückgebracht. Es hat ewig gedauert. (insges. 9 Std hin und zurück). Und ich versteh nicht, warum der Landstrich, wo er wohnt, überhaupt besiedelt ist!!! Da gibts einfach gar nix, null, nada, nothing! Die nächste größere Stadt ist 70 km entfernt. Auf dem Hinweg sind wir mindestens 30 km mitten durch die Pampa, durch "Urwald", am Abgrund entlang, auf ner nicht asphaltierten Straße gefahren. Ich hatte so Angst um das Auto. Teilweise kam dann auch noch Gegenverkehr... Den größten Teil des Rückweges (normale Straße) bin ich gefahren. Ging ganz gut. Bloß hier gibts keine Leitpfosten, was beim Überholen n bisschen tricky war, weil man den Straßenverlauf nicht so gut einschätzen kann.

Samstag hab ich mit Frauke und 3 anderen Intercambistas ne Wanderung auf nen Berg in der Umgebung gemacht. Es war so nötig mal wieder raus aus der grauen Stadt, an die frische Luft zu kommen. Die Weg war zwar nicht lang, aber dafür ganz schön knackig! Oben hatten wir voll die gute Aussicht: Man konnte sehen, wie ein Fluss ins Meer mündet. Morro do Anhagava Elena, Jan, Frauke, Chris, ich

21Sept
2013

It's tropical!

Letztes Wochenende war ein Kurztrip nach Morretes angesagt. Drei von den Franzosen (darunter mein EX!-Mitbewohner) haben mich spontan eingeladen.

Hingekommen sind wir mit dem Zug, was schon ein Highlight war. Wir sind mitten durch Urwald gefahren, die Landschaft war wirkich beeindruckend.

Morretes an sich war auch ein Traum. In dem Dorf gibts eigentlich gar nix, aber mit dem Flüsschen, den Palmen und den Bergen im Hintergrund ists einfach perfekt. Das Klima dort ist schon tropisch, was meinem Kreislauf ganz schön zu schaffen gemacht hat.

Am ersten Tag, direkt nach der Ankunft gabs erstmal ein fettes Mittagessen. Danach ging erstmal gar nix mehr. Ansonsten haben wir nichts mehr gemacht. Dafür sind wir dann am Sonntag früh aufgestanden und haben ne Jeep-Tour durch die Umgebung gemacht.

   

Noch kurz zu meinem Alltags-/Uni-Leben: Diese Woche waren die ersten "Prüfungen" angesagt. Nichts ernstes, aber an sich verlangt Uni eindeutig mehr Zeitaufwand als in Deutschland. Ich beleg zwar nur 3 Kurse, für die ich aber jeweils irgendwelche wissenschaftlichen Texte lesen muss bzw müsste. Die Texte sind sowohl sprachlich als auch inhaltlich ziemlich komplex... Mal schauen, wie ich mich da noch so schlagen werde.

17Sept
2013

Ab in den Süden!

 Letztes Wochenende bin ich dem Klischee-Brasilien ein bisschen näher gekommen: Ich war mit Frauke, Santi, Johnny (Santis Cousin, der jetzt auch bei uns wohnt) in Floripa. Florianópolis ist ne Insel und liegt 300 km südlich von Curitiba.

Es war soo gut: Schon auf der Hinfahrt sind wir ca 1 1/2 Stunden durch "Urwald" gefahren. Dort gab es endlich Sonne, Strand und Meer. Und Dank ner GLBT-Parade hatten wir auch n bisschen Karneval-Feeling.

Die größte kulturelle Erfahrung war aber glaub ich, mit drei Schwulen unterwegs zu sein. Carlos, bei dem wir gewohnt haben, ist auch schwul. Die drei haben ihre tuntige Seite so richtig ausgelebt. Wir waren in ner Schwulen-Bar am Schwulen-Strand, in nem Schwulen-Club und auf besagter Parade. War auf jeden Fall super witzig. Und ein wunderschönes Wochenende im Vergleich zum grauen Curitiba.

Ich, Johnny, Frauke   Carlos, Johnny, Frauke, Santi, ich      

28August
2013

Der Ernst des Lebens

Am Montag hat hier die Uni angefangen, was für die Austauschstudenten ne ziemliche Herausforderung darstellt. Erstmal mussten wir uns unseren Studenplan organisieren, dann wo die ganzen Fächer stattfinden. Viele haben da festgestellt, dass sie sich viel weniger bis gar nix für ihre Heimatuni anrechnen lassen können, weil die Kurse entweder gleichzeitig, oder gleichzeitig mit den Sprachkursen, dieses Semester gar nicht, oder nur als einjährige Kurse angeboten werden.

Ich werde hier 3 Kurse mit jeweils 4 Wochenstunden belegen ( Relações internaçionais, Economia contemporânea do Brasil und Sociologia e Modernidade no Brasil). Ich spekulier einfach darauf, dass ich mir davon 2 Fächer für Kuwi anrechnen lassen kann. Da ich mich in Deutschland aber nicht um irgendwelche Learning Agreements gekümmert hab, kanns gut sein, dass für mich da auch noch ein dickes Ende kommt. Zusätzlich hab ich noch 4x pro Woche 3 Stunden Portugiesisch-Unterricht.

Bis jetzt hat aber noch nichts so funktioniert wie es sollte. Ungefähr die Hälfte der Professoren hats nämlich nicht für nötig befunden in der ersten Uniwoche zum Unterricht zu erscheinen. Ärgerlich, wenn man eigtl damit gerechnet hat, dass die Stunde um 7:30!!!! anfängt. Ein zusätzlicher Stressfaktor war noch, dass ich nicht genau wusste, wie ich zu dem einen Campus kommen sollte. Das hat sich jetzt zwar geklärt, aber wird trozdem problematisch den Campus für 2 aufeinanderfolgende Stunden zu wechseln.

Was echt top hier ist, ist die Mensa (RU)- nicht weil das Essen so lecker ist (jeden Tag ne Bohnenvaration mit Reis und Fleisch), sondern weil sie einfach unglaublich billig ist: R$ 1,30 (~40 ct).  Cerveija zwishendurch RU

Im Moment sind meine Kontaktpersonen hier noch hauptsächlich Austauschstudenten. Deutsche gibts gar nicht so viele, obwohl man immer wieder neue kennenlernt. Die meisten kommen aus Frankreich. Bei mir in der Wohnung wohnen auch 2 Franzosen. Letztens hat Katty, die Vermieterin ein Intercambista-Treffen bei uns im Haus organisiert. War dank Caipis ganz witzig. Danach sind wir noch in ne Schwulenbar gegangen. Außerdem hat Santi Frauke und mich mit in nen Sertanejo-Club genommen. War ganz nett. Aber ich vermiss jetzt schon Feiern gehen in Deutschland. Sertanejo ist ne Musikrichtung, ua Michel Telo und Gusttavo Lima spielen Sertanejo. Es hört sich eigtl immer gleich an und geht auch immer um das gleiche. Anscheinend wird dazu als Paar getanzt. Was ich aber richtig unangenehm finde ist, dass man den Eintritt und seine Getränke nicht gleich bar bezahlt, sondern ne Karte bekommt, auf der der Konsum gespeichert oder aufgeschrieben wird. Das System ist natürlich undurchschaubar und wenn man dann am Ende den Gesamtbetrag zahlen muss, hat man natürlich überhaupt keinen Überblick. Insgesamt ist Weggehen eh ziemlich teuer, obwohl Mädels schon weniger als Jungs zahlen müssen. Am Wochenende ist große Erasmus-Party angesagt. Bin gespannt wie das wird.

Der einzige Brasilianer, mit dem ich wirklich was zu tun hab, ist mein Mitbewohner Santi. Aber der zieht vllt aus, was für mich wirklich fatal wäre . Ich hätte dann niemanden mehr, der sich hier auskennt und zum portugiesisch reden. Mit ihm und nem Freund von ihm haben Frauke und ich auch schon die "Sehenswürdigkeiten" der Stadt per Touribus erkundet. Jardim Botânico Oscar Niemeyer MuseumIch muss zugeben, dass die mich aber nicht wirklich vom Hocker gerissen haben. Was ganz nett war, war die "Feira de Arte e Artesanato do Largo da Ordem". Das ist ein Markt, auf dem sonntagvormittags Kunst und andere selbstgemachte Gegenstände verkauft werden. 90% ist zwar übelster Ramsch, aber es gibt auch n paar coole Sachen. Der Markt scheint auch bei den Einheimischen beliebt zu sein.

Mal sehen, wie sich der Unialltag so einpendelt. Bis jetzt war ich jeden Tag fertig, als ich heimkam, obwohl ja nur die Hälfte des Unterrichts stattgefunden hat. Am Freitag solls auch nen Streik geben- ich hoff das ist nichts ernstes.

13August
2013

Angekommen

So ihr Lieben!

Hier werde ich euch -hoffentlich in regelmäßigen Abständen- von meinen neuesten Erfahrungen und Erlebnissen berichten.

Mittlerweile bin ich schon 4 Tage hier. Die Stadt ist ne typische Großstadt: viele Hochhäuser, und ziemlich abgegammelt und dreckig. Die besseren Wohnblocks dagegen sind supergepflegt. Ich wohne auch in einem Block, mit unten Porteiro, also alles abgesichert und überwacht.

Die Hauptmieterin ist Katty, eine dreißigjährige Venezuelanerin. Sie wohnt hier mit ihrem Freund Yoscar, auch Venezuelaner, angehender Koch und ihrem Neffen, Sebastián, 5. Außerdem wohnen hier noch Levy und Santiru, beide Brasilianer und Zach, ein Amerikaner.

Katty kümmert sich um die Wohnung (Renovierungsarbeiten...) und um uns (Frauke und mich). Mittlerweile haben wir schon unsere CPF (Steuernummer), die man hier für alles braucht und eine SIM-Karte. Außerdem hat sie noch Cachapa (Maisfladen), Lemonada Suica (frische Limonade) und Guacamole für uns zubereitet. (Ich bin froh, dass Frauke Vegetarierin ist, da muss ich kein dubioses Fleisch essen!).

Katty scheint echt ne Liebe zu sein, aber bis man hier erstmal in die Pötte kommt, dauerts. Was die gute beruflich macht ist bis jetzt noch unklar, auf jeden Fall vertickt sie hier irgendwelche Sachen (Taschen, Handys, Parfüms), die sie in Argentinien billiger einkauft. Bis jetzt sind wir noch 100%ig abhängig von ihr, weil wir noch keinen Stadtplan haben (waren aus) und das Bussystem bis jetzt noch undurchschaubar ist. Aber ich hoff stark, dass ich mich hier bald selbstständig zurecht finden kannl.

Neben meinen Mitbewohnern haben wir noch Camilo, Kattys besten Freund (Exfreund???) kennengelernt. Er ist auch Venezuelaner, 37, studiert Philosophie und supernett. Bei ihm wird Frauke ab morgen wohnen. Bis jetzt schläft sie hier in der Wohnung, was organisationstechnisch und auch vom Einleben her angenehm ist. Aber wie das Zimmer mit zwei Leuten, die jeweils aus zwei Koffern leben ausschaut, kann man sich auch vorstellen...  Mein Wohnblock Im Zentrum

Sprachlich läufts so lala. Verständigen geht auf jeden Fall. Ich hab das Glück, dass ich zur Not mit Katty, Camilo und Yoscar auf Spanisch kommunizieren kann. Ansonsten versteh ich bei den Brasilianern wenig bis gar nix. Der Aussprache ist ziemlich heftig, irgendwie "american".

Oh und das Wetter bzw die Temperaturen sind ziemlich krass! Es ist so so so kalt!!! Vor allem in der Wohnung! Heute hats zwischen 13° (max) und 6° (min) C. Ich hab schon 4 Lagen an. Katty macht uns wenig Hoffnungen, dass es besser wird, aber das kann ich nicht glauben!

So das wars fürs Erste! Bis die Tage, genießt den Sommer!